NEIN zur Lehrplaninitiative

Die EVP Kan­ton Bern emp­fiehlt ein kla­res Nein zur sach­lich nicht halt­ba­ren Volks­in­itia­tive «Für demo­kra­ti­sche Mit­spra­che – Lehr­pläne vors Volk!».

Die Lehr­pla­nin­itia­tive for­dert, dass rück­wir­kend auf den 1. Januar 2017 der Erlass und die Ein­füh­rung aller Lehr­pläne und Lehr­plan­teile der Volks­schule vom Gros­sen Rat geneh­migt wer­den müs­sen und damit refe­ren­dums­fä­hig wären. Ein­ge­reicht wurde die Initia­tive von erklär­ten Geg­nern des Lehr­plans 21.

Die EVP ist aus fol­gen­den Grün­den gegen diese Initia­tive:

  • Das Volks­schul­ge­setz regelt die Auf­ga­ben und Ziele der Volks­schule und gibt klare Rah­men­be­din­gun­gen für den Lehr­plan vor. Die demo­kra­tisch vom Volk gewähl­ten Parlamentarier/innen gestal­ten die­sen Gesetz­ge­bung mit. Das ist demo­kra­ti­sches Mit­spra­che­recht. 
     
  • Ein Fach­gre­mium aus prak­ti­zie­ren­den Lehr­per­so­nen, Fach­di­dak­ti­ke­rIn­nen, und ande­ren Fach­leu­ten ent­wi­ckelt den Lehr­plan. Die Öffent­lich­keit wird im Rah­men von Hea­rings und Ver­nehm­las­sun­gen mit­ein­be­zo­gen.
     
  • Ein Lehr­plan ist ein Pla­nungs­in­stru­ment, nicht ein Gesetz­buch. Es liegt an den Lehr­per­so­nen, dass die Lern­in­halte gut ver­mit­telt wer­den.
     
  • Es ist unvor­stell­bar, dass ein Par­la­ment päd­ago­gi­sche Inhalte eines Lehr­pla­nes dis­ku­tie­ren soll. Hier fehlt dem Par­la­ment (und auch dem Volk) die nötige fach­li­che Kom­pe­tenz. Ein päd­ago­gi­sches Fach­werk würde ver­po­li­ti­siert.
     
  • Eine Annahme der Initia­tive könnte zur Folge haben, dass auch andere Lehr­pläne, wie die der Gym­na­sien, der  Berufs­bil­dung usw. im Par­la­ment bespro­chen und geneh­migt wer­den müss­ten.
     
  • Die Ein­füh­rung des Lehr­plans 21 ist fast abge­schlos­sen. Ein Abbruch hätte enorme Kos­ten­fol­gen und würde grosse Ver­un­si­che­rung in den Schu­len aus­lö­sen.

Chris­tine Grogg, Gross­rä­tin EVP, Bütz­berg