NEIN zur Hornkuh-Initiative

Die Initia­tive «Für die Würde der land­wirt­schaft­li­chen Nutz­tiere (Hornkuh-Initiative)» will, dass Hal­ter von Kühen, Zucht­stie­ren, Zie­gen und Zucht­zie­gen­bö­cken mit Hör­nern vom Bund finan­zi­ell unter­stützt wer­den.

Die Initia­tive for­dert kein Ver­bot der Ent­hor­nung. Der Ent­scheid bleibt beim Tier­hal­ter. Der für die Hal­tung horn­tra­gen­der Tiere erfor­der­li­che höhere Platz­be­darf soll jedoch abge­gol­ten wer­den. Die jähr­li­chen Kos­ten wer­den auf 15 Mio. Fr. geschätzt. 

Die­ser finan­zi­elle Anreiz ist grund­sätz­lich zu befür­wor­ten. Das Aus­bren­nen der Horn­an­la­gen kann schmerz­haft sein. Das Horn hat zudem für das Sozi­al­ver­hal­ten und die Kom­mu­ni­ka­tion der Tiere einen wich­ti­gen Stel­len­wert. Es gibt aber auch kri­ti­sche Punkte:

  • Der Umgang mit Hör­nern gehört nicht in die Ver­fas­sung und sollte per Gesetz oder Ver­ord­nung gere­gelt wer­den. Lei­der hat das Par­la­ment kei­nen Gegen­ent­wurf vor­ge­legt.
  • Bei vie­len Kuh­ras­sen besteht auf­grund der engen Platz­ver­hält­nisse und der Hier­ar­chie in der Herde ein erhöh­tes Ver­let­zungs­ri­siko, wenn sie sich als Horn­tiere frei bewe­gen. Horn­kühe müs­sen darum oft ange­bun­den wer­den.

Es gilt also es abzu­wä­gen, ob man mit der För­de­rung von Horn­tie­ren auch die Aus­wei­tung der Anbin­de­hal­tung in Kauf neh­men will. Letz­tere kann auch wür­de­voll sein, da sie die soziale Bezie­hung zwi­schen Mensch und Tier för­dert. 

Die Dele­gier­ten der EVP Kan­ton Bern haben mit kla­rem Mehr ein Nein zur Initia­tive beschlos­sen.

Tom Ger­ber, Gross­rat und Land­wirt