"Ihr seid das Salz der Erde!"

Der Stef­fis­bur­ger Tho­mas Schwei­zer ist Sozi­al­dia­kon und ver­tritt die EVP im Gros­sen Gemein­de­rat. In sei­ner Kurz­be­sin­nung erin­nert er uns daran, dass wir als Chris­ten - gerade auch in der Poli­tik - dazu beru­fen sind, "Salz zu sein" und das Gesamt­wohl im Auge zu behal­ten.

Ges­tern Abend legte ich die Zuta­ten für ein Brot in die Back­schüs­sel unse­rer Knet­ma­schine. Ich mag es, wenn es beim Auf­ste­hen in der Stube nach fri­schem Brot riecht. Am Mor­gen konnte ich ein Brot mit gold­brau­ner Kruste aus der Maschine neh­men. Ich schnitt das Brot an und steckte mir einige Krü­mel der knusp­ri­gen Rinde in den Mund. Was für eine Ent­täu­schung! Das Brot schmeckte fad und leb­los. Ich habe ver­ges­sen, Salz bei­zu­fü­gen.

Jesus hat ein­mal auf einem Hügel ob Kapernaum zu einer Team­re­traite ein­ge­la­den hatte. Er sprach sei­nen Mit­ar­bei­ten­den zuerst Mut zu und lobte ihre Belas­tungs­fä­hig­keit (Matth. 5,3-12). Dann kam er zum Kern­ge­schäft: «Ihr seid das Salz der Erde!» rief er ihnen zu. Salz ver­schwin­det im Brot. Es löst sich auf, ver­bin­det sich mit dem, was schon im Back­ge­fäss war. Und doch prägt es das Essen mit sei­ner Würze.

Wir tref­fen uns vor den GGR Sit­zun­gen zum Gebet. Könnte es sein, dass das Gebet das Salz ist, das Jesus gemeint hat? Es ist für die ande­ren GGR Mit­glie­der nicht mehr sicht­bar. Es löst sich auf, geht ein in die Rats­sit­zung und doch würzt es sie. Weil wir genährt durch das Gespräch mit Gott anders in die Rats­sit­zung hin­ein­ge­hen, mit einem wei­te­ren Blick als nur dem Ich-Blick, mit einem Blick, der das Gesamte, das Gott in unsere Hände gelegt hat, im Auge hat.

 

Tho­mas Schwei­zer, GGR Stef­fis­burg