EVP unterstützt Volksvorschlag gegen das Sozialhilfegesetz

Ein brei­tes Bünd­nis aus Ver­bän­den und Par­teien hat ges­tern einen Volks­vor­schlag lan­ciert, der in einer Volks­ab­stim­mung dem beschlos­se­nen Sozi­al­hil­fe­ge­setz gegen­über­ge­stellt wer­den soll. Mit­glied des Komi­tees ist auch die EVP. Das Komi­tee «Wirk­same Sozi­al­hilfe» ist mit den vom Gros­sen Rat beschlos­se­nen Kür­zun­gen in der Sozi­al­hilfe nicht ein­ver­stan­den.

In der März­ses­sion hat der Grosse Rat die Revi­sion des Sozi­al­hil­fe­ge­set­zes ver­ab­schie­det. Darin sind Kür­zun­gen von 8% im Grund­be­darf vor­ge­se­hen, bei man­chen Per­so­nen sogar bis zu 30%. Dabei sind vor allem Kin­der und Jugend­li­che, die einen Drit­tel der unter­stüt­zen Per­so­nen in der Sozi­al­hilfe aus­ma­chen, betrof­fen. Mit dem Volks­vor­schlag will das Komi­tee die Kür­zun­gen strei­chen und an den SKOS-Richtlinien fest­hal­ten, mehr Mög­lich­kei­ten für Wei­ter­bil­dun­gen schaf­fen und Ergän­zungs­leis­tun­gen für die über 55-Jährigen ermög­li­chen. An der enge­ren Zusam­men­ar­beit mit der Wirt­schaft hält der Volks­vor­schlag fest.

«Sowohl als Mitte-Partei als auch vor unse­rem christ­li­chen Hin­ter­grund unter­stützt die EVP die­sen Volks­vor­schlag», sagt EVP-Grossrätin Bar­bara Streit-Stettler dazu. Er baue Brü­cken zur Wirt­schaft und ver­zahne die Sozi­al­hilfe mit ande­ren Sozi­al­ver­si­che­rungs­sys­te­men.

Die Bun­des­ver­fas­sung messe «die Stärke des Vol­kes am Wohl der Schwa­chen». Mit dem Sozi­al­hil­fe­ge­setz wer­den aber Geld von den Schwa­chen hin zu Men­schen ver­teilt, «die eigent­lich schon genug haben». Die EVP trete für eine inte­gra­tive und inklu­sive Gesell­schaft ein, an der alle Men­schen teil­neh­men kön­nen. Für Sozi­al­hil­fe­emp­fän­ger gehe es bei Kür­zun­gen nicht in ers­ter Linie auf «Fleisch oder Schoggi» zu ver­zich­ten, son­dern darum, ob sie am sozia­len Leben teil­neh­men könn­ten oder nicht.

Das neue Sozi­al­hil­fe­ge­setz habe nichts mit sozia­ler Not, son­dern mit «sozia­lem Geiz» zu tun. Die­ser «soziale Geiz» sei im Moment im Trend. Mit dem Volks­vor­schlag wolle die EVP die­sem sozia­len Geiz ent­ge­gen­tre­ten, betonte Gross­rä­tin Bar­bara Streit-Stettler an der gest­ri­gen Medi­en­kon­fe­renz.