Die Pestizidbelastung senken

Die meis­ten Men­schen sind sich wohl einig über die bei­den Ziele der Initia­ti­ven: Die Erhal­tung von ein­wand­freiem Trink­was­ser und der Ver­zicht auf gesund­heits­ge­fähr­dende Schäd­lings­be­kämp­fungs­mit­tel. Unei­nig sind sich viele ver­ant­wor­tungs­volle Stimm­bür­ge­rin­nen und Stimm­bür­ger aber über die Wahl der ent­spre­chen­den Vor­keh­run­gen und Mass­nah­men.

Die­ses Span­nungs­feld zeigte sich auch an der Dele­gier­ten­ver­samm­lung der EVP Schweiz. Mit 73 zu 28 Stim­men bei 14 Ent­hal­tun­gen und 61 zu 42 Stim­men bei 11 Ent­hal­tun­gen fass­ten die Dele­gier­ten die Ja-Parole für die Trinkwasser-Initiative und für die Pestizid-Initiative. Die EVP Kan­ton Bern emp­fiehlt eben­falls ein Ja zu bei­den Initia­ti­ven. Die Trinkwasser-Initiative will zur Siche­rung der Trink­was­ser­qua­li­tät Sub­ven­tio­nen für umwelt- und gesund­heits­schä­di­gende Pro­duk­tio­nen ver­bie­ten und Anreize zur öko­lo­gi­schen Pro­duk­tion för­dern. Ver­bote seien nicht ziel­füh­rend und gefähr­de­ten viele land­wirt­schaft­li­chen Exis­ten­zen, füh­ren die Geg­ner ins Feld.

Den glei­chen Gegen­wind erfährt die Pestizid-Initiative. Diese zielt auch dar­auf ab, die Bevöl­ke­rung vor gesund­heit­li­chen Risi­ken zu schüt­zen. Künst­lich her­ge­stellte Schäd­lings­be­kämp­fungs­mit­tel tra­gen zudem zum Rück­gang der Bio­di­ver­si­tät bei. Vom Bau­ern­ver­band wird dar­auf hin­ge­wie­sen, die Initia­ti­ven wür­den die Anfor­de­run­gen des Mark­tes kom­plett aus­blen­den. Nur ein klei­ner Teil der Kund­schaft setze kon­se­quent auf Bio-Lebensmittel, eine grosse Anzahl Per­so­nen achte vor allem auf den Preis.

Lei­der ver­hin­der­ten die Par­la­ments­mehr­hei­ten eine weni­ger radi­kale, aber drin­gend nötige Öko­lo­gi­sie­rung der Land­wirt­schaft. So bleibt im Moment nur der Weg über zwei Volks­in­itia­ti­ven. Ich bitte Sie bei­den Vor­la­gen zuzu­stim­men.

Mari­anne Streiff, Natio­nal­rä­tin und Prä­si­den­tin EVP Schweiz