Für faire Mieten und bezahlbares Wohnen

Am 28. September stimmt die Berner Stimmbevölkerung über die kantonale Miet-Initiative ab. Sie fordert die Einführung von transparenten Vormieten – ein wirksames Mittel gegen ungerechtfertigte Mietaufschläge. Denn: Wohnen darf kein Luxus sein.

In den letzten 20 Jahren sind die Mieten im Kanton Bern um rund 30 Prozent gestiegen – obwohl sie gemäss geltendem Mietrecht hätten sinken müssen. Gleichzeitig nimmt der Leerwohnungsbestand ab. Bezahlbarer Wohnraum wird zunehmend knapp.

Der Bund gibt den Kantonen ausdrücklich die Möglichkeit, bei Mietverhältnissen für mehr Transparenz zu sorgen. Die Miet-Initiative will diese Chance nutzen und verlangt, dass beim Wechsel der Mieterschaft die vorherige Miete offengelegt wird.

Mit transparenten Vormieten können ungerechtfertigte Mietaufschläge leichter erkannt und, wenn nötig, korrigiert werden. Das schützt nicht nur die Mietenden, sondern wirkt auch präventiv: Wenn Erhöhungen auf den ersten Blick ersichtlich und begründungspflichtig sind, sinkt die Wahrscheinlichkeit für missbräuchliche Anhebungen.

Die Offenlegung erfolgt mittels eines einfachen Formulars. So können auch gerechtfertigte Mietzinserhöhungen ausgewiesen werden – etwa, wenn eine Wohnung saniert wurde oder sich die Marktmieten im entsprechenden Quartier stark verändert haben. Transparenz ist mit minimalem Aufwand möglich.

Die Einführung wird nicht alle Herausforderungen im Zusammenhang mit steigenden Mieten lösen. Aber mit diesem einfachen Instrument kann ein wichtiger Anfang gemacht werden.

Das Beispiel von neun Kantonen zeigt: Sie haben bereits entsprechende Regelungen eingeführt – mit durchwegs positiven Erfahrungen. Es ist Zeit, dass auch der Kanton Bern faire und transparente Mietverhältnisse schafft.

Barbara Stotzer-Wyss, Grossrätin, Büren an der Aare