EVP-GrossrätInnen glauben an den Schöpfer
Hier die Gründe, warum die EVP im Grossen Rat einen Vorstoss nicht unterstützte, der verlangte, dass in der Schule Schöpfung und Evolution als „gleichberechtigte Alternativen“ gelehrt werden müssen:
Die gutgemeinte Absicht des Vorstosses verdiente zwar Unterstützung, die Formulierung war jedoch leider so ungeschickt, dass wir in dieser Form (eine Motion ist wörtlich umzusetzen) nicht zustimmen konnten und uns deshalb der Stimme enthielten. Ein Postulat (Prüfauftrag) hätten wir gerne unterstützt, der Motionär war aber aus unerklärlichen Gründen nicht bereit zu wandeln.
Schöpfungslehre und Evolutionstheorie gehören in zwei verschiedene Kategorien. Sie als Alternativen, die sich gegenseitig ausschliessen zu lehren, ist unserer Meinung nach falsch. Wissenschaftliche Erklärungsversuche für die Entwicklung der Arten schliessen den Glauben an den Schöpfer nicht aus und gefährden ihn auch nicht. Die Evolutionstheorie kann niemals eine „gleichberechtigte Alternative“ zur Schöpfungsgeschichte sein, denn wissenschaftliche Erkenntnisse ändern sich - der Glaube an den Schöpfer hat ein unverrückbares Fundament. Der Motionstext war in diesem Sinne einfach falsch.
Zudem ist die Schöpfungsgeschichte gemäss bernischem Lehrplan bereits heute Bestandteil des Unterrichts. Das Problem liegt darin, dass etliche Lehrkräfte die Evolutionstheorie als Wahrheit betrachten und dadurch den Unterricht einseitig gestalten.
Bei der Abstimmung im Parlament stand nun die EVP-Fraktion vor der Alternative, als Politiker etwas zu verlangen, das so nicht umgesetzt werden kann (was uns nicht glaubwürdig schien) oder das Risiko einzugehen, von christlichen Wählerinnen und Wählern, die sich weniger mit politischen Details auseinandersetzen, nicht verstanden zu werden.Wir haben uns für den ersten Weg entschieden, mit der Überzeugung, uns so glaubwürdiger in zukünftige Lehrmitteldiskussionen usw. einbringen zu können.
In der Kontroverse um das neue NMM-Lehrmittel "NaturWert" hat sich die EVP übrigens letzten November mit drei parlamentarischen Vorstössen und einer pointierten Medienmitteilung vom 8. November 2007 für eine faire Behandlung der Schöpfungsgeschichte in der Schule eingesetzt. Dies wird die EVP auch weiterhin tun.
Marianne Streiff-Feller, Fraktionspräsidentin EVP
PS: Die Debatte im Wortlaut finden Sie unter www.be.ch/gr > Dokumente > Tagblatt 2008 > 04 Aprilsession > 09-04-2008 Morgen







